Börsencrash von Ende Februar reduziert den Deckungsgrad um 2.4%

Zürich, 3. März 2020 – Immer mehr Infizierte und Ausverkaufsstimmung an den Märkten: Die Sorgen wegen des Coronavirus (Covid-19) haben zu massiven Kursstürzen an den globalen Börsen gesorgt. Das hat auch Auswirkungen auf den Deckungsgrad der Schweizer Pensionskassen – ohne dass bei diesen deswegen der Notstand ausgerufen werden muss. Berechnungen von Complementa zufolge ist der durchschnittliche Deckungsgrad von Schweizer Pensionskassen seit Jahresbeginn von 109,5% auf 107,1% gesunkenen. Damit ist aber erst ein Drittel der Zugewinne aus dem Jahr 2019 wieder verloren.

Download der Medienmitteilung vom 3. März 2020

Zum Jahresbeginn verzeichneten die Aktienmärkte noch ein Plus, verloren dann aber im Laufe des Februars stark. Darunter haben auch die Schweizer Pensionskassen zu leiden. Dank eines ausgeglichenen Anlagemix betrug der Deckungsgradverlust bisher «nur» 2,4 Prozent. Das entspricht rund 27 Milliarden Franken an Vorsorgekapital. Positiv ausgewirkt hat sich, dass die Renditen der festverzinslichen Werte fielen und damit die Preise dieser Werte anstiegen. Die Ausgangslage ist nicht neu, jedoch die Reaktion der Aktienmärkte: In der Vergangenheit erwiesen sich die Märkte als relativ immun gegen Ausbrüche von Epidemien.

Die aktuelle Situation wird teilweise mit dem Ausbruch des SARS Virus im Jahr 2003 verglichen, bei der ebenfalls hauptsächlich China und Hong Kong betroffen waren. Der Hang Seng Index verlief damals entgegengesetzt zur Anzahl der Krankheitsausbrüche und stabilisierte sich, als die Epidemie unter Kontrolle gebracht werden konnte. Allerdings befanden sich die Bewertungen der Aktienmärkte damals nicht auf Höchstständen wie Anfang 2020. Ein weiterer Unterschied von heute zu damals liegt darin, dass China mittlerweile zur zweitgrössten Volkswirtschaft herangewachsen ist und wesentlich stärker mit der Weltwirtschaft und den globalen Produktionsketten verknüpft ist.

Die Auswirkungen der Epidemie sind derzeit schwierig abschätzbar. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich die Situation wieder beruhigt und sich die Kurse stabilisieren werden. Der Zeitpunkt der Erholung der Märkte und damit auch die weiteren Auswirkungen auf den Deckungsgrad der Schweizer Pensionskassen sind jedoch derzeit sehr schwierig einzuschätzen. Das Sinken der Anzahl Krankheitsfällen oder gar die Einführung eines Impfstoffs wären klare Zeichen für eine Erholung.

Der Complementa Deckungsgrad-Index basiert auf dem gewichteten Durchschnitt der Bilanzen der Teilnehmer am Complementa Risiko Check-up. Die simulierten Zahlen für 2019 basieren auf Indexperformances und auf den durch Complementa errechneten Verzinsung plus Zuschlag und repräsentieren den durchschnittlichen kapitalgewichteten Deckungsgrad.
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