Verpasste Gelegenheit

Kommentar zum BVG-Mindestzinssatz von Heinz B. Rothacher,
CEO Complementa AG

«Die Bekanntmachung des Bundesrates, den BVG-Mindestzins für das fünfte Jahr in Folge (seit 2017) unverändert bei 1.0% zu belassen, sendet falsche Signale und suggeriert eine trügerische Sicherheit. Die Renditeerwartungen bei Pensionskassen sind gesunken.

Vorsorgeeinrichtungen kämpfen unverändert mit dem überhöhten Mindestumwandlungs-satz von 6.8% und der Umverteilung. Man darf aber nicht vergessen, viele Pensionskassen verzinsen dennoch mehr als gefordert – im vergangenen Jahr lag die Verzinsung gemäss unserer Studie bei durchschnittlich 2.4%. Aber für viele Kassen, welche eher tiefere Löhne versichern, wird dadurch die Situation verschärft.

Die Aufrechterhaltung des zu hohen Mindestzinses und des zu hohen Mindestumwandlungssatzes belastet die Kassen. Eine Reduktion des BVG-Mindestzinses hätte für die Kassen wenigstens eine Entlastung bedeutet, denn auch der Mindestzins muss – Coronakrise hin oder her – erst finanziert werden.»

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