Dem Gegenwind getrotzt

Marktentwicklung 2025

Im Jahr 2025 entwickelten sich die Finanzmärkte erneut positiv. Dies trotz deutlicher Marktverwerfungen im April aufgrund der Zollankündigungen der US-Regierung. Die wechselhafte Nachrichtenlage rund um die Zollmassnahmen und den Handelskonflikt setzte sich auch in der zweiten Jahreshälfte fort. Dennoch konnten die globalen Aktienmärkte Renditen im zweistelligen Bereich vorweisen (in Lokalwährung). Wie bereits in den Vorjahren verzeichneten die Aktien von US-Technologiekonzernen dank des Trends zur künstlichen Intelligenz und guter Geschäftszahlen deutliche Kursanstiege. Diese hohen Renditen prägten auch die Entwicklung des «Aktien Welt Index». Neben den globalen Aktien rentierten auch Schweizer Aktien deutlich positiv. Die Indexschwergewichte Roche und Novartis zeigten hierbei erfreuliche Renditen, währen Nestlé zwar eine positive Rendite lieferte, jedoch klar hinter dem Schweizer Gesamtmarkt zurückblieb. Auch Schwellenländeraktien konnten 2025 ein gutes Ergebnis abliefern.

Abbildung: Entwicklung verschiedener Anlageklassen/Indizes und der durchschnittlichen Pensionskassen-Rendite im Anlagejahr 2025 (Stand 31.12.2025)

Im ersten Halbjahr 2025 war eine deutliche Abwertung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen zu verzeichnen. Für das Gesamtjahr betrug das Minus gegenüber dem Franken rund 13% respektive minus 12% gegenüber dem Euro. Für Nicht-USD-Investoren erwies sich dies als deutlicher Gegenwind für Renditen von in USD denominierten Vermögenswerten im Jahr 2025.

Der globale Bondindex Bloomberg Global Aggregate TR Index (Hedged in CHF) erzielte im Jahr 2025 eine marginal positive Rendite von 0.3%. Die Schweizerfranken-Obligationen schlossen das Jahr fast unverändert ab. Der SBI AAA-BBB TR Index erzielte eine Rendite von -0.1%. Der globale Aktienmarkt, in CHF betrachtet, blieb hinter dem Schweizer Aktienmarkt zurück. Der SPI TR erzielte eine Rendite von 17.8%, während der MSCI World eine Rendite von 5.9% auswies (deutliche USD-Abwertung). Die Renditen auf den Aktienindizes sind insbesondere unter Berücksichtigung der deutlichen Verwerfungen aufgrund der Zollrhetorik der US-Regierung in der ersten Jahreshälfte beeindruckend.

Der liquide SXI Real Estate Funds Broad TR Index beendete das Jahr aufgrund der gesunkenen Leitzinsen mit einer Rendite von 10.6% (u.a. Anstieg des Agios). Auch im Bereich der NAV-basierten Umsetzungen war eine positive Entwicklung festzustellen. Der KGAST Immo-Index verzeichnete 2025 bis November eine Rendite von 4.2%. Der Goldpreis stieg um rund 66% (in USD) bzw. 44% (in CHF). Goldkäufe durch Zentralbanken aus den Schwellenländern sowie ETF-Käufe waren hierbei wesentliche Treiber der hohen Renditen.

Schweizer Pensionskassen im Anlagejahr 2025

Die Schweizer Pensionskassen erzielten im Jahr 2025 im Schnitt eine erfreuliche Rendite von 5.9%. Dank dieser Rendite können die Reserven weiter gestärkt werden, was sich positiv auf den Deckungsgrad auswirkt. Der durchschnittlich geschätzte Deckungsgrad steigt von 111.8% per Ende 2024 auf 114.4% per Ende 2025. Von den guten Renditen profitieren auch die Versicherten. Gemäss unseren Hochrechnungen liegt die durchschnittliche Verzinsung der Pensionskassenguthaben bei 4.3%. Auch in der Mehrjahresbetrachtung zeigt sich, dass die Guthaben im Durchschnitt jeweils deutlich über dem BVG-Mindestzins verzinst wurden.

Durchschnittliche Verzinsung für Arbeitnehmende im Beitragsprimat (Complementa Risiko Check-up)

 

Ausblick

Trotz des gut verlaufenden Anlagejahrs sehen sich institutionelle Investoren im neuen Jahr mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert und gefordert. Diese umfassen die Indexkonzentration in verschiedenen Aktienindizes1, hohe Bewertungsniveaus verschiedener Aktienmärkte (insbesondere im US-Technologiesektor), tiefe bzw. enge Kreditaufschläge bei Bonds, die innenpolitische Situation verschiedener europäischer Länder und die Inflationsdynamik (unter anderem in den USA). Zu berücksichtigen ist auch die unberechenbare geopolitische Lage und der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Parteien sowie die wechselhaften Äusserungen der US-Regierung.

Die Verfallsrenditen in Schweizer Franken – die Rendite der zehnjährigen Bundesobligationen der Eidgenossenschaft lag per 31.12.25 bei rund 0.33% – stellen prospektiv eine spezifische Herausforderung für Frankenanleger dar. Frankeninvestoren haben zwar die Möglichkeit, Fremdwährungsobligationen zu erwerben, die zumindest aktuell noch wesentlich höhere Verfallsrenditen aufweisen. Allerdings ist zu beachten, dass dieser Vorteil im Rahmen der Währungsabsicherung wieder verloren geht.

Eine mittel- bis langfristige Herausforderung stellt die steigende globale Staatsverschuldung dar. Zwar könnten steigende Inflationsraten bzw. fallende Realzinsen die Belastung der Staatshaushalte etwas verringern, doch sollten Investoren die Entwicklung der Defizite und Verschuldungen auch in den kommenden Jahren im Auge behalten. Die hohe Verschuldung kann nicht nur die Ausfallrisiken, sondern auch die Inflationsdynamik und die Wechselkurse beeinflussen.

Brutto-Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP (Quelle: IMF; Stand: Oktober 2025)

Anleger sind gut beraten, auf eine gut diversifizierte Anlagestrategie zu setzen, die neben Aktien und Obligationen auch Immobilien und Alternative Anlagen umfasst. Dabei gilt es, neben den Rendite- und Risikoeigenschaften auch die Illiquidität, Komplexität und die Kostenquote auszutarieren und die jeweilige investorenspezifische Ausgangslage zu berücksichtigen.

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Autoren

Andreas Rothacher, Senior Investment-Consultant, Leiter Investment Research
Ueli Sutter, Quantitativer Analyst

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