St.Gallen/Zürich, 06. Mai 2026 – Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten war 2025 ein gutes Anlagejahr für Pensionskassen. Diese erzielten eine durchschnittliche Rendite von 6.4%. Das Vorsorgekapital der Arbeitnehmenden wurde im Durchschnitt mit 4.3% verzinst, dem höchsten Wert der letzten 25 Jahre. Der Deckungsgrad stieg per Jahresende auf 114.5%. Das Jahr 2026 entwickelt sich bislang trotz des Iran-Krieges positiv: Bis Ende April 2026 verbuchten die Pensionskassen eine Rendite von 1.9%, wodurch der Deckungsgrad auf 115.9% stieg.
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Erneut überdurchschnittliche Renditen
Die Schweizer Pensionskassen können für das Jahr 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6.4% verbuchen. Der Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte von 3.5% pro Jahr. Angesichts des Ukraine-Kriegs, des ersten Angriffs auf den Iran, der Einführung einschneidender US-Zölle sowie der starken Abwertung des US-Dollars, der erhöhten globalen Inflation und der steigenden Staatsverschuldung ist dieser Wert bemerkenswert.
Potenter dritter Beitragszahler
Der Anlageertrag der Pensionskassen (dritter Beitragszahler) beträgt im Jahr 2025 78 Milliarden Franken (2. Säule-Vermögen von CHF 1’220 Mrd., BFS-Pensionskassenstatistik 2024). Dies ist mehr als die kumulierten Beiträge der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden (erster und zweiter Beitragszahler) von rund 67 Milliarden Franken aus dem Vorjahr (BFS-Pensionskassenstatistik 2024). Selbst mit der Durchschnittsrendite der letzten 20 Jahre von 3.5% pro Jahr generieren Vorsorge¬einrichtungen zusätzlich zu den regulären Beiträgen der Arbeitgebenden und -nehmenden jährlich bereits 42 Milliarden Franken. Dies unterstreicht die Leistungsfähigkeit des Kapital¬deckungs¬verfahrens der 2. Säule. Zum Vergleich: Die Gesamteinnahmen der 1. Säule lagen 2024 bei 54 Milliarden Franken (BSV AHV-Statistik 2024), die primär aus Lohnbeiträgen und Zuschüssen stammen.
Höchste Verzinsung der letzten 25 Jahre
Auch die Versicherten profitieren vom guten Ergebnis: Im Jahr 2025 verzinsen Pensionskassen das Vorsorgekapital der Arbeitnehmenden im Beitragsprimat mit durchschnittlich 4.3%. Das ist der zweite Höchstwert in Folge der letzten 25 Jahre. Die durchschnittliche Verzinsung der letzten zwei Jahrzehnte liegt bei 2.4% pro Jahr. Fast alle Pensionskassen gewährten im Jahr 2025 eine Verzinsung über dem vom Bundesrat festgelegten BVG-Minimum von 1.25%.
Die Reserven werden gestärkt
Das positive Jahresergebnis macht sich auch in der Wertschwankungsreserve bemerkbar: Der kapitalgewichtete Deckungsgrad steigt innert Jahresfrist um 2.7-Prozentpunkte auf 114.5% per Ende 2025. Entsprechend ist auch die Anzahl Vorsorgeeinrichtungen in Unterdeckung weiter auf 1.9% gesunken. Gemessen am Deckungskapital machen diese Kassen 7.6% der Vorsorgekapitalien aus. Dies sind die niedrigsten Werte seit Beginn der Datenerhebung vor 32 Jahren.
Aktien haben Obligationen als grösste Anlageklasse überholt
Der Anteil der Anlageklasse Aktien hat 2025 um 1.4 Prozentpunkte zugelegt und liegt per Jahresende bei 33.9% des Gesamtvermögens. Damit sind Aktien bereits das zweite Jahr in Folge die grösste Anlageklasse. Der Anstieg ging primär zu Lasten der festverzinslichen Anlagen (ohne Liquidität), die um rund 1.9 Prozentpunkte zurückgingen. Mit einem Anteil von 29.2% des Portfolios wurde ein neuer Tiefststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Damit setzt sich der langfristige Trend hin zu geringeren Obligationenbeständen fort. Neben den tiefen Frankenzinsen erwiesen sich auch die hohen Kosten für die Währungsabsicherung sowie die hohe globale Staatsverschuldung als Bremsklötze für die Bondallokation. Zudem rentierten viele Obligationen-Subkategorien unter Berücksichtigung der Währungsabsicherungskosten nahe Null oder sogar negativ.
22.5% des Vermögens haben Pensionskassen in Immobilien angelegt, was fast exakt dem Vorjahreswert entspricht. Zwar stockten Pensionskassen die Immobilienanlagen weiter auf, dies konnte jedoch nicht mit den Performance-Effekten der Aktien mithalten. Zudem wird es für Pensionskassen zunehmend schwieriger, gute Wohnobjekte beziehungsweise Anlagelösungen mit einem hohen Anteil an Schweizer Wohnimmobilien zu zeichnen.
Vier von fünf Pensionskassen investieren in Alternative Anlagen. Ende 2025 machen diese 9.9% des Gesamtvermögens aus. Wie im Vorjahr ist die Anlageklasse Infrastruktur die beliebteste Subkategorie, mit einem Anteil von 2.7% des Gesamtvermögens, gefolgt von Private Equity, dessen Quote geringfügig auf 2.5% zurückging.
Bewusster Umgang mit Währungsrisiken
Mit 49.3% des Vermögens haben die Pensionskassen fast jeden zweiten Franken im Ausland investiert. Die Vorsorgeeinrichtungen sichern im Durchschnitt etwa zwei Drittel der Währungsrisiken ab. Die effektive Fremdwährungsquote nach Absicherung liegt bei 18.6% des Gesamtvermögens und liegt trotz der US-Dollar-Abwertung im vergangenen Jahr nahe den Vorjahreswerten.
Stabiler Ausblick beim Umwandlungssatz
Für das laufende Jahr melden die Pensionskassen einen durchschnittlichen Umwandlungssatz von 5.19%, was einem leichten Rückgang von 0.03 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut den Angaben der Kassen wird der Umwandlungssatz in den nächsten fünf Jahren nur noch sehr geringfügig zurückgehen. Vergangene Senkungen waren aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und des tiefen Zinsniveaus notwendig. Ohne diese Massnahmen müssten jüngere Jahrgänge indirekt eine niedrigere Verzinsung hinnehmen. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Trend zu höheren technischen Zinssätzen gestoppt. Der durchschnittliche technische Zins liegt Ende 2025 bei 1.72% und damit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 1.80%.
Gewappnet für volatile Anlagemärkte
Die Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule sind mit dem zweithöchsten Deckungsgrad der letzten zwei Jahrzehnte ins Anlagejahr 2026 gestartet. Der positive Jahresauftakt wurde Ende Februar durch den Ausbruch des Iran-Krieges und die Sperrung der Strasse von Hormus im März getrübt. Die Nachrichtenlage beispielsweise zur Strasse von Hormus und zu möglichen Friedensverhandlungen, ist sehr volatil. In der Folge reagieren der Ölpreis, die Aktienmärkte und die Inflationserwartungen stark. Erhöhte Energiepreise und eine höhere Inflation dürften in verschiedenen Ländern auch zu einer zusätzlichen Belastung der Wirtschaft und der Staatshaushalte führen. Dennoch rentiert das aktuelle Jahr für Pensionskassen bis Ende April mit 1.9% positiv.
Neben diesen Herausforderungen sehen sich die Schweizer Pensionskassen nach wie vor mit hohen Absicherungskosten bei Fremdwährungsanlagen, einem Anlagenotstand bei Schweizer Wohnimmobilien und einer steigenden Titelkonzentration in globalen Aktienindizes konfrontiert.
Die Pensionskassen sind einmal mehr im Anlagebereich gefordert. Durch die Stärkung der Reserven und die Wahl von Anlagestrategien, die auch für Krisenszenarien getestet sind, sind sie für volatile Märkte gewappnet.
Deckungsgrad 2006 – April 2026

Renditen 2006 – April 2006

Verschiedene Verzinsungen 2006 – 2025

Vermögensallokation 2006 – 2025

Kontakt
riskcheckup@complementa.ch Studienleitung: Andreas Rothacher, Oliver Gmünder, Ueli Sutter
Über die Studie
Die Pensionskassen-Studie «Risiko Check-up» wird 2026 zum 32. Mal durchgeführt. Die älteste und grösste unabhängige Pensionskassen-Studie der Schweiz bildet die zweite Säule wiederkehrend repräsentativ ab und liefert Vorsorge¬einrichtungen und ihren Anspruchsgruppen wertvolle Erkenntnisse, Trends und Langzeitvergleiche. Die Studienleitung informiert jeweils im Mai über wesentliche Erkenntnisse und im September über die Gesamtauswertung sowie ein Sonderthema. Die Vorjahresstudie basierte auf einem Datenkorpus von über 460 Pensionskassen mit Kapitalien von 940 Milliarden Franken. Für die vorliegenden Auswertungen (Stand: Anfang Mai 2026) flossen zu ca. 50% neue Daten aus den Jahresrechnungen 2025 ein, für die anderen 50% wurden Hochrechnungen angestellt. Die endgültigen Studienergebnisse liegen im September vor.
